Über den Vogeler-Bahnhof in Worpswede

Der Bahnhof an der Bahnlinie zwischen Bremervörde und Osterholz-Scharmbeck wurde im Jahr 1910 eröffnet.

Das von Heinrich Vogeler entworfene Bahnhofsgebäude zählt zu den schönsten Baudenkmälern der Region. Die noch größtenteils mit Originalmöbeln eingerichteten Räume spiegeln, von der urigen Kneipe über das gemütliche Kaminzimmer bis hin zur lichtdurchfluteten Veranda alle Facetten der damaligen Epoche wider.

Heinrich Vogeler gehörte zur Gründergeneration der Worpsweder Künstler. Nicht nur als Maler, sondern auch als Architekt, Buchgestalter und Möbeldesigner war er erfolgreich, vor allem in der Zeit des Jugendstils zwischen 1895 und 1914.

Im Barkenhoff und im Haus im Schluh können Sie mehr über Leben und Werk des Künstlers erfahren.

Infos über den Ort Worpswede     >> www.worpswede.de

Um 1900 war eine Reise nach Worpswede noch beschwerlich. Auf den Sandwegen bahnten sich Pferdewagen mühsam ihren Weg, und auf den Moorkanälen transportierten die Torfschiffe ihr Gut und Reisende aus Bremen.

Eine Glasfabrik in der Nähe von Gnarrenburg benötigte dringend Transportmittel, um Rohstoffe heranzubringen und ihre Produkte zu versenden. So mussten im Zuge der Industrialisierung andere Wege zum Transport schwerer Lasten gefunden werden.

Eine Eisenbahn war die Lösung, und so machten sich die hiesigen Landräte schließlich für den Bau der Bahnstrecke Bremervörde- Osterholz-Scharmbeck stark.

Als die Pläne zum Bau der Eisenbahnlinie aufkamen, befürchtete die Bevölkerung eine Zerstörung der bis dahin unberührten Natur, eine Zerteilung der Landschaft durch Brücken und den Bau von Dämmen, auf denen die Gleise verlegt werden sollten. Andererseits versprach man sich eine bessere Anbindung an Bremen.

Die Worpsweder Künstler waren besonders an einer landschaftsgerechten Gestaltung der Bahnhöfe interessiert und machten ihren Einfluss geltend. So erhielt der damals schon berühmte Worpsweder Jugendstilkünstler Heinrich Vogeler den Auftrag für mehrere Bahnhöfe an der Strecke.

Der zusammen mit seinem Mitarbeiter Alfred Schulze entworfene Worpsweder Bahnhof hat als einziger sowohl in der Architektur wie im Innenausbau die Zeit überdauert; er wurde von Heinrich Vogeler am üppigsten ausgestattet – in einer Symbiose aus selbstkreiertem Jugendstil und bäuerlichen Gestaltungselementen.

Im Jahre 2000 wurde –nach Einstellung des regelmäßigen Personenverkehrs in 1978- die alte „Moorexpress“-Linie wieder ins Leben gerufen, und verkehrt heute in den Sommermonaten an Wochenenden und zu Sonderfahrten.

Der EVB Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser gehört inzwischen auch das Gebäude des Worpsweder Bahnhof; sie hat ihn vor einigen Jahren von den „Freunden Worpswedes e.V.“ (ehemals Worpsweder Verschönerungsverein) übernommen.
 

Infos über EVB und Moorexpress

>> www.moorexpress.de

>> www.evb-elbe-weser.de